Liebe Leser meines Newsletters,
ich weiß nicht, wie es Ihnen ergeht: Ich finde, dieses Jahr und vor allem der zweite Teil ist wahnsinnig schnell vergangen. Ich kann mich noch gut an die warmen Tage erinnern, so als wäre es gestern, und nun stehen wir schon wieder kurz vor Weihnachten.
Gleichviel: Das ist eine schöne Zeit oder kann zumindest eine schöne Zeit sein, wenn man sich der besonderen Atmosphäre hingibt. Machen Sie das, gehen Sie auf Weihnachtsmärkte, treffen sich mit Freunden und lassen Sie diese Abwechslung von unserem oft genug stressigen Alltag zu. Stress ist in unserer Gesellschaft ein alltägliches Phänomen und aus vielen wissenschaftlichen Arbeiten wissen wir, wie zerstörerisch Stress wirken kann. Sie bekommen in diesen Tagen etwas Entspannung frei Haus geliefert; sie müssen die Gelegenheiten nur nutzen.

In der Rubrik „Wussten Sie schon“ werde ich das Thema Stress noch etwas vertiefen.

Zwei Artikel, die ich ursprünglich für die Nordwest-Zeitung geschrieben habe, runden diesen Newsletter ab: In dem einen der beiden geht es um unseren Rücken, das zentrale „Organ“ für unsere Haltung und in dem anderen darum, wie Sie Schniefnase und Grippe vorbeugen können.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit –lassen Sie sich darauf ein- und einen guten Übergang nach 2016.

Herzlichst,
Ihr
Dr. Burkhard Jahn

Wussten Sie schon

…dass Stress ein wesentlicher Risikofaktor für viele Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Krebs ist? Genau genommen muss man unterscheiden: Es gibt guten Stress, so genannten Eustress. Das sind typischerweise Stress-Phasen, in denen viel zu tun ist, ein Termin den anderen jagt, aber das Tun, die Aufgaben befriedigend und sogar erfreuend wirken. Häufiger und fast eine Volkskrankheit oder zumindest doch Volkserscheinung ist aber das, was die Wissenschaft als Distress bezeichnet. Das sind Phasen oder Zeiten, in denen Menschen sich durch ihr Tun überfordert fühlen oder das Gefühl haben, für entspannende Dinge kaum noch Zeit zu haben. Ich frage meine Patienten gerne, woran sie Freude haben. In einer zweiten Frage möchte ich dann wissen, wann sie genau das das letzte Mal gemacht haben. Oft genug bekomme ich auf diese zweite Frage zu hören, dass es Monate oder zumindest doch Wochen her ist.
Dieser so genannte Distress war früher eine Erscheinung, die vor allem Manager traf, weshalb es auch den Begriff der Managerkrankheit gab. Heute leiden zahlreiche Menschen unter der Managerkrankheit. Viele gehen ungern zur Arbeit oder haben das Gefühl, nicht wert geschätzt zu werden. Distress entsteht aber keineswegs nur bei der Arbeit, sondern oft auch in der Familie.

Stress kann einem das Leben regelrecht vermiesen. Aber nicht nur das: Stress fördert über diverse Mechanismen auch Entzündungen, und weil jahrelange, schleichende Entzündungen ihrerseits die Basis für praktisch alle chronischen Krankheiten –und das Altern- sind, ist Stress auch ein Risikofaktor für nahezu jede chronische Erkrankung.
Wenn Sie sich gestresst fühlen, dann sollten Sie für sich eine oder mehrere Strategien dagegen entwickeln. Möglicherweise müssen Sie sich dafür professionelle Hilfe bei Ihrem Arzt oder einem Coach holen. Grundlage für eine Änderung ist fast immer eine Korrektur der Zeit- und/oder Prioritätenplanung.

Beugen Sie Schniefnase und Grippe vor

Erschienen in der Nordwest-Zeitung, 31. Oktober 2015

Es lässt sich nicht mehr leugnen: Der Herbst ist da, die dunkle Jahreszeit mit ihrem nasskalten Wetter, und damit auch die Saison von Schniefnase über Husten und Halsentzündung bis hin zur Grippe. In den meisten Fällen sind das banale Erkrankungen, die einem jedoch den Alltag gehörig erschweren können. Was also können Sie tun, um die Wahrscheinlichkeit für so einen Infekt zu reduzieren und ihre Abwehrkräfte zu stärken? Um es gleich vorweg zu nehmen: Es gibt keinen sicheren Schutz. Verbarrikadieren Sie sich nicht in Ihren aufgeheizten Räumen, sondern gehen Sie jeden Tag an die frische Luft. Treiben Sie Sport! Es ist bekannt, dass Menschen, die regelmäßig und das ganze Jahr über sportlich aktiv sind, seltener Erkältungskrankheiten bekommen. Und wenn Sie rausgehen, versuchen Sie Sonnenlicht zu erhaschen, um Ihren Vitamin- D-Tank zumindest ansatzweise zu füllen. Vitamin D kann man im Blut messen. Bei 40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) sollte der Wert sein. Weil Vitamin D wichtig für alle Organe ist und eine wesentliche Rolle für Ihre Immunabwehr spielt, sollten Sie gegebenenfalls keine Hemmungen haben, es in Kapselform einzunehmen, zum Beispiel mit 2000 oder 4000 Einheiten (je nach Ausgangswert im Blut) pro Tag. Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und braucht etwas Fett als „Trägersubstanz“, nehmen Sie es deshalb zum Essen ein. Leider enthalten nur wenige Lebensmittel Vitamin D in veritabler Menge. Dazu gehören zum Beispiel Eier und Thunfisch. Das Leitmineral für Ihr Immunsystem ist Zink. Ich erlebe immer wieder Patienten, die seit Jahren in Herbst und Winter Zinkkapseln einnehmen und darüber berichten, seither kaum noch Infekte zu haben. 15 Milligramm pro Tag können Sie bedenkenlos nehmen. Zink als Kapsel sollten Sie möglichst vor dem Essen schlucken. Zinkreich sind Linsen, gelbe Erbsen und Kalbsleber. Ein weiterer Vitalstoff, der wichtig für Ihre Abwehrkräfte ist, ist Vitamin C. Hunde und Katzen können es selber bilden und wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass sie fast nie unter Erkältungen leiden. Wir Menschen können das nicht. Reich an Vitamin C sind Orangen, Brokkoli, Rosenkohl und andere Kohlsorten. Ein wahrer Vitamin-CKracher aber ist Sanddorn! Schließlich spricht viel für die Grippeimpfung. Gerade wenn Sie etwas älter sind oder unter einer chronischen Krankheit wie Diabetes oder Asthma leiden, sollten Sie sich in jedem Fall impfen lassen. Für medizinisches Personal ist die Impfung nicht nur wichtig, um sich selber zu schützen, sondern auch, um nicht Überträger für immungeschwächte Menschen zu werden. Wenn Sie zu denen gehören, die der warmen Jahreszeit nachtrauern, sollten Sie sich bewusst machen, dass auch die kalte Jahreszeit Ihre Reize hat: Die Natur ist im Moment sehr farbenfroh, registrieren Sie das einmal bewusst. Bald beginnt die Vorweihnachtszeit mit vielen Festivitäten, und vielleicht bringt uns der Winter einige klare Tage klirrender Kälte mit Schnee!

Bewahren Sie Haltung

Erschienen in der Nordwest-Zeitung, 21. November 2015

Das „Organ“, das uns aufrecht hält, an demunser Körper förmlich aufgehängt ist, ist unsere Wirbelsäule. Sie sorgt dafür, dass wir aufrecht oder gebeugt laufen, und auf ihr lastet alles, was wir zu tragen haben. Die Wirbelsäule liegt regelrecht in einem Muskelbett. Sie können sich das wie ein Bücherregal vorstellen, das von Stützen rechts und links gehalten wird. Je schwerer die Bücher im Regal sind, umso stärker müssen die Stützen sein. Wenn Ihre Wirbelsäule also unter regelmäßiger Belastung steht, weil Sie zum Beispiel körperlich arbeiten, sollten Sie Ihre Rückenmuskeln gezielt trainieren. Optimal ist ein Krafttraining für diese Muskelpartien. Aber auch Yoga oderAusdauersport wie Nordic-Walking trainiert Ihren Rücken. Sorgen Sie im Alltag dafür, dass Ihre Wirbelsäule möglichst immer symmetrisch belastet wird. Tragen Sie nicht dauerhaft überm..ig schwere Taschen auf einer Seite. Wenn Sie regelmäßig eine Handtasche bei sich haben achten Sie darauf, dass nicht alles in der Tasche liegt, was sich dort in den letzten Monaten angesammelt hat. Sehen Sie sich bei Ihren Kindern den Schulranzen an und besprechen Sie mit ihrem Nachwuchs, dass nur das mitgenommen werden muss, was am jeweiligen Tag gebraucht wird. Auch die dicke Geldbörse in der Gesäßtasche ist ungünstig und sorgt für Fehlhaltung beim Sitzen. Wenn Sie viel am Schreibtisch arbeiten, reflektieren Sie Ihre Haltung. Entspannend und für den Rücken am schonendsten ist eine aufrechte Sitzposition. Fatal sind übereinander geschlagene Beine, die Rückenmuskulatur und Wirbelsäule massiv belasten. Der Volksmund kennt den Satz: Ich kann es nicht mehr ertragen. Menschen, die die Last Ihres Lebens nur noch mit Mühe tragen können, bekommen oft Rückenschmerzen. Deshalb muss bei langwierigen oder immer wiederkehrenden Rückenbeschwerden nicht nur die organische Komponente beleuchtet werden, sondern es gehören auch seelische Aspekte berücksichtigt und gegebenenfalls behandelt. Der regelmäßige Griff zum Schmerzmedikament ist zwar oft bequem und drückt den Schmerz zunächst weg, löst das Problem aber nicht, sondern schiebt es nur auf und macht es dadurch möglicherweise schwerer. Dass Schmerzmedikamente oft unangenehme Nebenwirkungen wie Magenschleimhautentzündung haben, ist hinlänglich bekannt. Auch Physiotherapie löst in vielen Fällen das Problem eben nicht, sondern behandelt nur das Symptom. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wenn der Rücken regelmäßig weh tut, sollten Sie zumindest in Betracht ziehen, dass eventuell Ihre Seele „schreit“. Konsultieren Sie bei immer wieder kehrenden Beschwerden in jedem Fall Ihren Hausarzt. Mens sana in corpore sano sit, ein gesunder Geist sei in einem gesunden Körper. Das gilt auch und besonders für Rücken und Wirbelsäule. Bewegen Sie sich, treiben Sie Sport. Sorgen Sie aber auch dafür, dass Ihr Leben im Gleichgewicht ist, dass Sie Zeit für Arbeit, Verpflichtungen und Freizeit haben, dass Körper und Seele anspannen und entspannen.

Angaben gemäß § 5 TMG:

Dr. med. Burkhard Jahn
Peter-Grave-Straße 2
26419 Schortens / Grafschaft

Telefon: +49 4423 – 6111
Telefax: +49 4423 – 7842

Dr. Burkhard Jahn ist Facharzt für Allgemeinmedizin verliehen durch die ÄK Niedersachsen, Deutschland mit Zusatzqualifikation in Diabetologie und Ernährungsmedizin.

Zuständige Kammer: Landesärztekammer Niedersachsen, Berliner Allee 20, 30175 Hannover

Zuständige kassenärztliche Vereinigung: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Berliner Allee 22, 30175 Hannover

Berufsbezeichnung: Arzt (verliehen in der Bundesrepublik Deutschland)

Berufsrechtliche Regelungen: – Berufsordnung der Landesärztekammer von Niedersachsen – Heilberufegesetz des Landes Nidersachsen