Liebe Leser meines Newsletters,
seit Jahren faszinieren mich die Fette in unserem Essen. Nicht nur, weil ich sie einfach mag (denn sie vermitteln ein angenehmes Mundgefühl), sondern auch, weil sich seit Jahren nicht nur andeutet, sondern mittlerweile auch klar zeigt, dass sie gesund sind (abgesehen von den gehärteten bzw. Transfetten). In diesem Zusammenhang sind kürzlich zwei spannenden Studien veröffentlicht worden, die die positive Wirkung von tierischen Fetten zeigen. In dem Text über Fette, den Sie in diesem Newsletter finden, gehe ich auch auf diese beiden wissenschaftlichen Arbeiten ein.

In einem weiteren Text geht es um Bluthochdruck. Auch das ist ein Thema, das mich seit Jahren beschäftigt, auch deswegen, weil es viel mehr Aspekte dazu gibt als nur die Frage, welche Tabletten zu hohen Blutdruck senken.

Unter der Rubrik „Wussten Sie schon“ gehe ich auf Stress und seine Diagnostik ein.

Ich wünsche Ihnen eine bereichernde Lektüre –und genießen Sie das Frühjahr mit seinen ersten warmen Tagen-.

Herzlichst,
Ihr
Dr. Burkhard Jahn

Wussten Sie schon?

….dass Stress eine der Hauptursachen für Bluthochdruck, Herzinfarkt und andere chronischen Krankheiten ist und dass man ihn messen kann?
Stress ist in unserer modernen Gesellschaft für viele Menschen nahezu ständiger Begleiter. Meist verursachen sich  Menschen gegenseitig Stress, indem der eine den anderen unter Druck setzt, ausgrenzt usw.. Das kann man bedauern, aber man wird es nicht ändern können. Menschen sind wie sie sind. Deshalb ist für jeden Betroffenen die Erkenntnis wichtig, welche Folgen Stress hat und wie man kontrollieren kann, wie der eigene Stresslevel ist. Über das Hormon Cortisol hat er beispielsweise eine direkte Wirkung auf unsere Blutgefäße. Ständig erhöhtes Cortisol beschleunigt Arterienverkalkung und steigert damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Stress und seine Mediatoren, die Hormone, schwächen auch unser Immunsystem mit allen Konsequenzen. Ein geschwächtes Immunsystem macht den Menschen anfälliger für beispielsweise Krebserkrankungen.
Stress kann man messen. Das klingt platt und banal, trifft aber dennoch im Wesentlichen den Kern. Vor allem fünf Hormone sollten in der Stressdiagnostik im Focus stehen: Cortisol, das Stresshormon schlechthin. Es hat einen typischen Tagesverlauf und sollte zur Diagnostik morgens, mittags und abends gemessen werden. Sein –etwas vereinfacht gesagt- Gegenspieler ist das Glückshormon Serotonin. Bei vielen von Stress geplagten ist es vermindert. Die gute Nachricht ist, dass man auf natürliche Weise den Serotonintank auffüllen kann, nämlich mit seiner Vorstufe L-Tryptophan oder -besser- 5-Hydroxytryptophan. Schließlich sollten die Hormone Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin bei der Stressdiagnostik berücksichtigt werden. Auch diese Hormone können auf natürliche Weise in der gewünschten Form beeinflusst werden, wieder mit Aminosäuren, und hier vor allem mit Tyrosin und Phenylalanin sowie mit den Vitaminen B6 und B9.

In der Konsequenz: Stress ist kein schicksalhafter Verlauf! Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Stress Sie förmlich auffrisst, holen Sie sich Hilfe bzw. Rat. Lassen Sie Ihren tatsächlichen Stresslevel mit den genannten Hormonen messen und besprechen Sie mit Ihrem Arzt eine auf Sie abgestimmte Therapie. Natürlich gehören zu einer fundierten Behandlung von Stress auch Entspannungsübungen u.a.

Von gesunden Fetten

Erschienen in der Nordwest-Zeitung, 12. März 2016

Die Fette haben es nicht leicht. Auch heute noch wird oft empfohlen, Fette in der Ernährung zu reduzieren und im Zweifelsfall auf fettarme Produkte auszuweichen. Mit der wissenschaftlichen Datenlage ist das schon lange nicht mehr vereinbar: Seit Jahren ist bekannt, dass sich einfach ungesättigte und Omega-3-Fette, wie sie in fetten Seefischen, Wild, Avocados oder Olivenöl vorkommen, positiv auf unsere Gefäße und unsere Gesundheit im Allgemeinen auswirken. Unklar ist dabei, warum tierische Omega-3-Fette (zum Beispiel in Kaltwasserfischen, Wild) den pflanzlichen (zum Beispiel in Leinöl oder Rapsöl) überlegen sind.

Aber wie wirken sich tierische Fette, wie sie in Butter oder Milch enthalten sind, auf unsere Gesundheit aus? Auch bei diesen Fetten deutet sich seit Jahren an, dass sie wesentlich besser sind als ihr Ruf. Die sogenannte Luric- Studie, die 2015 veröffentlich wurde, ergab, dass tierische Fette aus Milch, Käse, Butter und Fleisch das Risiko für plötzlichen Herztod reduzieren. Spannend an dieser Arbeit war, dass die Forscher sich nicht auf unsichere Ernährungsprotokolle verlassen haben, sondern die Fette im Gewebe gemessen haben, also dort, wo sie ankommen.

Anfang dieses Jahres hat eine weitere Studie für Aufsehen gesorgt: Zwischenergebnisse der sogenannte Epic- Studie haben ergeben, dass das Risiko für Herzinfarkte sinkt, je mehr gesättigte Fette (zum Beispiel aus Butter) verzehrt werden. Das irritiert möglicherweise aus folgendem Grund: Es gibt drei verschiedene gesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel erhöhen, und diese drei sind auch in Butter oder Milch.

Daneben enthalten diese tierischen Produkte eine Reihe von anderen Fettsäuren und auch noch weitere biologisch wirksame Substanzen. In der Summe der Zusammensetzung erhöhen tierische Produkte wie Milch oder Butter das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt nicht, sondern senken es aller Wahrscheinlichkeit nach sogar. Für große Irritation hat Ende 2015 eine Veröffentlichung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesorgt, die in vielen Medien verzerrt widergegeben wurde: Erhöhter Konsum von Fleisch würde das Risiko für Darmkrebs erhöhen. Bei genauerer Betrachtung der wissenschaftlichen Daten stellt man fest, dass das vor allem für verarbeitetes Fleisch gilt (also Wurstwaren) und dass die Art der Zubereitung eine wesentliche Rolle spielt (Grillen oder scharfes Anbraten sind ungünstig, schonende Zubereitungsverfahren sind günstig). Auch ein hoher Verzehr an rotem Fleisch (zum Beispiel Rind) von mehr als 130 Grammpro Tag bei Männern und mehr als 85 Gramm pro Tag bei Frauen scheint das Krebsrisiko zu erhöhen.

In der Konsequenz: Genießen Sie guten Gewissens Milch, Butter, Quark und in Maßen Fleisch. Achten Sie aber auch darauf, dass Obst und vor allemGemüse einen großen Teil Ihres Essens ausmachen

Normaler Blutdruck schützt Ihre Blutgefäße

Erschienen in der Nordwest-Zeitung, 02. April 2016

Jahre alte Mann rutscht etwas unruhig auf seinem Stuhl hin und her, ganz wohl ist ihm nicht. Wir sprechen über seinen Blutdruck, der (wieder) zu hoch ist. Mit Hilfe eines Medikamentes hatten wir ihn gut eingestellt. Doch als die Packung alle war, hat er die Einnahme der Medizin eingestellt.

Blutdruck ist nichts anderes als der Druck, mit dem das Blut durch Ihre Blutgefäße fließt. Wenn der Druck, mit dem das Blut durch die Adern strömt, Über Jahre zu hoch ist, werden die Wände in den Gefäßen spröde, und es steigt das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der Blutdruck soll im Mittel unter 140/90 (mmHg) liegen, also zum Beispiel bei 125/70 oder 130/85.

Er schwankt jedoch ganz natürlich, je nachdem, wie viel „Druck“ ihr Körper gerade braucht. Wenn Sie ganz entspannt sind, ist er niedriger (vielleicht bei 110/60), und wenn Sie sich massiv ärgern oder bei einem Jogginglauf gerade im Sprint durchs Ziel laufen, kann er deutlich höher sein (bei 180/100 oder noch darüber).

Es kommt also darauf an, wie hoch Ihr Blutdruck im Durchschnitt ist, ob Ihre Blutgefäße (wegen zu hohen Drucks) unter Dauerspannung auch in vermeintlichen Ruhesituationen stehen, oder ob Ihr Körper den Blutdruck nur in den Situationen hochreguliert, in denen er tatsächlich mehr Druck benötigt. Wenn Ihr Arzt den Verdacht auf Bluthochdruck hat, wird er bei Ihnen eine 24-Stunden- Langzeitblutdruckmessung durchführen. Was ist zu tun, wenn die Diagnose Bluthochdruck gesichert ist? Der Druck muss runter! Gewichtsabnahme hilft, wobei jedes Kilo zählt, denn mit jedem Kilo, das Sie abnehmen, sinkt der Blutdruck.

Auch mehr Obst und vor allem Gemüse sind sinnvoll, denn sie enthalten viel Kalium, und Kalium wiederum senkt – was wohl? – den Blutdruck. Ein anderer Mineralstoff, der Ihren Blutdruck in der gewünschten Richtung beeinflusst, ist Magnesium, das beispielsweise in Soja oder Naturreis enthalten ist. Gegebenenfalls können Sie es auch als Pille nehmen.

Auch die Aminosäure Arginin kann den Blutdruck senken. Genau wie Magnesium bewirkt sie eine Gefäßerweiterung, wodurch sie ihren Effekt erzielt. Zu einer guten Therapiestrategie gehören auch regelmäßiger Sport und hier vor allem Ausdauertraining sowie ein Alltag, der auch immer wieder Phasen der Entspannung und des Zur-Ruhekommens beinhaltet. Denn Bluthochdruck kann natürlich auch durch regelmäßigen zu hohen emotionalen Druck entstehen.

Oft helfen alle diese Maßnahmen zwar, den Blutdruck zu senken, aber nicht, ihn zu normalisieren. Dann muss ein Medikament her. Und anders als zum Beispiel bei Kopfschmerzen muss diese Medizin dann auch regelmäßig eingenommen werden, denn ein Blutdrucksenker wirkt nur so lange, so lange er genommen wird.

Mein Patient hat zwischenzeitlich einen durchgehend normalen Blutdruck. Er hat sich mit der Einnahme des Medikamentes arrangiert, zumal es ihmdamit gut geht, er gewohnt leistungsfähig ist und auch seinem Sport nachgehen kann.

Termine und Veranstaltungen

An diesem Freitag, 22.04.2016, referiere ich 20.30 Uhr über "Gesunde Fette". Ort: Wilhelmshaven im Wattenmeerhaus, Südstrand 110b.

Am ersten Mittwoch im Mai, dem 04.05., bin ich von 16.05 Uhr bis 17.00 Studiogast bei Radio Jade. Ich werde über Zucker reden und darüber, was dieser böse Bube alles mit uns Menschen anstellen kann.
Radio Jade empfangen Sie auf UKW 87.8 oder im Internet über den Livestream www.radio-jade.de/webplayer/

Angaben gemäß § 5 TMG:

Dr. med. Burkhard Jahn
Peter-Grave-Straße 2
26419 Schortens / Grafschaft

Telefon: +49 4423 – 6111
Telefax: +49 4423 – 7842

Dr. Burkhard Jahn ist Facharzt für Allgemeinmedizin verliehen durch die ÄK Niedersachsen, Deutschland mit Zusatzqualifikation in Diabetologie und Ernährungsmedizin.

Zuständige Kammer: Landesärztekammer Niedersachsen, Berliner Allee 20, 30175 Hannover

Zuständige kassenärztliche Vereinigung: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Berliner Allee 22, 30175 Hannover

Berufsbezeichnung: Arzt (verliehen in der Bundesrepublik Deutschland)

Berufsrechtliche Regelungen: – Berufsordnung der Landesärztekammer von Niedersachsen – Heilberufegesetz des Landes Nidersachsen