Liebe Leser meines Newsletters,
Der Mund ist der Tank oder -vielleicht besser- der Einfüllstutzen in das Wunderwerk Mensch. Was dort eingefüllt wird, tritt eine Reise in ein komplexes und kompliziertes Stoffwechselsystem an.
Über Mund, Speiseröhre und Magen geht es in den Darm, der eine Barriere zum Blutsystem darstellt. Im Optimalfall sondert unser Darm gründlich aus: Die Schlechten ins Kröpfchen, die Guten ins Töpfchen, so heißt es bei Aschenputtel. Auf uns Menschen übertragen bedeutet das: Das, was unser Organismus braucht, ins Blut und damit in den Körper, das, was unser Organismus nicht braucht, in die Toilette. Damit das funktioniert, verrichtet in unserem Darm eine riesige Zahl an Bakterien ihre Arbeit. Aber nicht nur die sind beteiligt: Etwa 70% unseres Immunsystems befindet sich dort und spielt ebenfalls eine große Rolle. Immunsystem und Bakterien –die Darmflora- sorgen dafür, dass unsere Darmschleimhaut so aufgebaut ist, dass nur die nützlichen Nahrungsbestandteile in unserem Körper kommen.
Wahrscheinlich ahnen Sie es schon, das der Idealfall. Oft sieht es anders aus. Bei vielen Menschen sind Darmflora und Darmimmunsystem in einem desaströsen Zustand. Darum geht es in der Rubrik „Wussten Sie schon“.

Außerdem finden Sie zwei Artikel in diesem Newsletter, die ich ursprünglich für die Nordwestzeitung geschrieben habe: In dem einen geht es um das Grillen, das für die meisten Deutschen eine der liebsten Sommerbeschäftigungen sein soll. Natürlich finden Sie in dem Artikel Gedanken dazu, wie Sie Grillen mit gutem Gewissen genießen können.
In dem anderen Artikel sensibilisiere ich Sie für Ihren inneren Arzt. Jeder hat seine eigenen Arzt in sich. Sie sollten sich dessen bewusst sein und ihn aktivieren.

Ich wünsche Ihnen eine bereichernde Lektüre.

Viele Grüße,
Ihr
Dr. Burkhard Jahn

Wussten Sie schon...

…dass in Ihrem Darm mehrere Billionen Bakterien leben? Genau genommen etwa 10.000 verschiedene Bakterienstämme. Das ist ähnlich wie bei den Bewohnern unserer Erde. Es gibt einerseits diverse Völker und innerhalb der Völker wiederum viele, viele Individuen.

Die Bakterien in Ihrem Darm haben verschiedene Aufgaben: Sie bilden Vitamine, stabilisieren Ihr Immunsystem, das sich zum Gutteil im Darm befindet, sorgen dafür, dass die Darmschleimhaut funktioniert und nur die Dinge in Blut und Kreislauf lässt, die wir Menschen brauchen usw.. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass unsere Darmbakterien entscheidend verantwortlich sind für unsere Stimmung, für gute oder schlechte Laune und dafür, ob wir Energie haben oder ständig müde sind.

Verschiedene Menschen haben eine unterschiedliche Zusammensetzung der Bakterienvölker in ihrem Darm. Und, es gibt –vereinfacht gesagt- gute und schlechte. Wir Menschen haben es zu einem Gutteil selber in der Hand, wer oder was in unserem Darm lebt. Wichtig für den Zustand unserer Darmflora ist aber nicht nur, welche Keime dort leben, sondern auch die Vielfalt der Bakterien. Je vielfältige unsere Darmflora, umso besser.

Die Darmflora wird bei der Geburt angelegt; deshalb enthält sie zunächst Bakterien, die denen in der Scheide der Mutter entsprechen. Besonders das Immunsystem von Kinder, die auf natürlichem Wege zur Welt kommen, ist deshalb –zumindest zunächst- stärker als das von Kindern, die mit HIlfe eines Kaiserschnitts das Licht der Welt erblicken. Die Keime in unserem Darm ernähren sich von dem, was wir essen. Deshalb ist es für Säuglinge so wichtig, gestillt zu werden. Keine noch so raffinierte Industriemilch für Säuglinge kann die Muttermilch ersetzen.

Auch im weiteren Verlauf des Lebens können wir Menschen unsere Darmflora durch unsere Ernährung beeinflussen. Aber nie mehr so nachhaltig wie während der Geburt oder in den Monaten danach.
Vereinfacht gesagt: Ungünstige Bakterien bis hin zu Fäulniskeimen lieben Zucker, Weißmehlprodukte und Nahrungszusatzstoffe.
Nahrung für gute Keime wie Bacteroides, oder Prevotella sind hochwertige Öle wie Leinöl, Olivenöl, Kokosöl, hochwertige Eiweiße wie Linsen, Erbsen, Soja, Ei, Fisch, auch Rindfleisch (möglichst in Bioqualität), Gemüse wie Broccoli oder Möhren, Obst wie Äpfel, Beeren, Kräuter wie Bärlauch, Koriander, Petersilie u.a..

Wenn ich oben geschrieben habe, dass Ihre Darmflora dafür sorgt, dass die Schleimhaut in Ihrem Darm nur die Dinge in Blut und Kreislauf lässt, die dorthin gehören, heißt das auch, dass eine ungünstige Darmflora genau das nicht erfüllt. Soll heißen: Es droht ein so genannter löchriger Darm (Leaky Gut), also eine Darmschleimhaut, die auch Dinge durchlässt, die nicht in unseren Körper gehören. Die Folge: Immunreaktionen, aus denen Schmerzen in Gelenken und Weichteilen, Müdigkeit u.a. resultieren können. Manche Menschen berichten über regelrechten Nebel im Kopf, so genannten brain fog. Der lässt sich leicht erklären, weil es eine Verbindung zwischen Darm und Gehirn gibt. Dinge, die die Darmschleimhaut durchgängig machen können, können auch die Bluthirnschranke durchgängig machen, also die Grenze zwischen Blutkreislauf und Hirnkreislauf.

Bei unklaren Schmerzzuständen, Schwellungen in Gelenken oder Müdigkeit kann es sinnvoll sein, die Darmflora zu untersuchen. Das geht relativ einfach über eine Stuhluntersuchung. Mit verschiedenen Therapieansätzen wie Probiotika, Präbiotika oder eine entsprechende Ernährungsumstellung verbessert sich die Darmflora. In aller Regel bessert sich dann auch das Befinden.

Aber einmal mehr gilt: Keine blinde Therapie; erst die Diagnose, dann die Behandlung!

Mit dem inneren Arzt Krankheiten vorbeugen

Erschienen in der Nordwest-Zeitung, 18. März 2017

Viele Zeitgenossen haben die Vorstellung, die Medizin ist dazu da, Krankheiten zu heilen. Hat man Husten, Schmerzen oder zu hohen Blutdruck, geht man zum Arzt und bekommt ein Medikament verschrieben. Dafür wird der Arzt ausgebildet und studiert jahrelang alle erdenklichen Krankheitsbilder.

Medizin ist aber mehr: Sie umfasst den Zusammenhang von Körper und Seele in Entstehung und Behandlung von Krankheiten. Das ist wichtig, denn nie reagiert unser Körper ohne unsere Seele. Und zur Medizin gehören auch die Möglichkeiten der Gesunderhaltung, der Vorbeugung von Erkrankungen. Genaugenommen stehen sich also Reparaturmedizin und Vorbeugemedizin gegenüber. Eine Medizin, die wartet, bis das „Kind in den Brunnen gefallen ist“, oder eine Medizin, die das Risiko für den „Sturz des Kindes in den Brunnen“ reduziert.

Welche Art von Medizin finden Sie attraktiver? Ich vermute, die Medizin, die Ihnen die Chance eröffnet, dass sie möglichst gar nicht erst krank werden und möglichst gesund sehr alt. In unserem Gesundheitswesen dominiert die Reparaturmedizin. Unabhängig davon sind Leistungen zur Vorbeugung oder zumindest zur Früherkennung von Krankheiten seit Jahren auch bei uns auf dem Vormarsch. Es ist gut, wenn der Arzt für den Patienten nicht nur Partner bei Krankheiten ist, sondern auch bei Fragen der Erhaltung von Gesundheit und körperlicher und geistiger Fitness.

Zur Erhaltung von Gesundheit und körperlicher und geistiger Fitness gehören im Wesentlichen: Ernährung, Bewegung (Sport), innere Einstellung, genügend Schlaf sowie Partnerschaft und Freundschaften. In diesem Konzept von Gesunderhaltung und Krankheitsvorbeugung, das genau genommen auch ein Konzept für gesundes Altern ist, fehlt noch eine Figur: der zweite Arzt. Ich nenne ihn den inneren Arzt und meine damit den Arzt, der in jedem Menschen steckt.

Unser Organismus ist fantastisch. Er ist darauf ausgerichtet, sich selber gesund zu erhalten. Dafür hat er viele Möglichkeiten und Wege. Eine dieser Möglichkeiten ist die innere Stimme. Diese Stimme, die einem deutlich sagt, wie gut Bewegung und Sport tun, dass Rauchen und zu viel Alkohol Gift sind, ebenso wie das Aufbrausen, nur weil der Kollege sich mal wieder blöd benommen hat. Doch diese innere Stimme, der innere Arzt, wird immer leiser, wenn das gleiche schädliche Verhalten Tag für Tag wiederholt wird. Natürlich kenne ich auch die Geschichten von irgendeiner Tante, die jahrzehntelang täglich 40 Zigaretten geraucht hat, Sportschuhe nur vom Hörensagen kannte, täglich Berge von Zucker in ihren Kaffee geschüttet hat, cholerisch war, und am Ende 88 Jahre alt geworden ist.

Krankheit ist bis zu einem gewissen Grad Schicksal. Aber jeder Mensch hat die Möglichkeit, seine ganz persönliche Wahrscheinlichkeit für Krankheiten oder Gesundheit, Freude und Glück in seinem Sinne zu beeinflussen. Das Frühjahr ist eine gute Jahreszeit, Verhaltensweisen zu überdenken und gegebenenfalls zu korrigieren.

Gesundes Grillen mit gutem Fleisch, Fisch und Gemüse

Erschienen in der Nordwest-Zeitung, 1. Juli 2017

Sommerzeit ist Grillzeit. Allein schon mit Freunden am heißen Rost zu stehen, dabei eine Bierflasche in der Hand, und dem Fleisch beim Garen zuzugucken, ist für viele Erholung und Entspannung. In einer Zeit, die von Hektik, Nervosität und Schnelligkeit geprägt ist, ist es gut, dass wir uns Dinge erhalten haben, die irgendwie auch mit Langsamkeit zu tun haben.

Das Grillen ist so eine Sache: Den Elektrogrills zum Trotz, hat es nie etwas mit Schnelligkeit zu tun. Ganz im Gegenteil; ein gemütliches Treffen zum Grillessen ist in aller Regel nachmittags- oder abendfüllend. Optimal ist es, wenn Sie beim Grilltreffen nicht nur etwas für Ihre Seele tun, sondern Ihren Körper auch noch mit Lebensmitteln füllen, also mit Essen, das den Namen Lebensmittel verdient. Der Begriff Lebensmittel kommt schließlich von Leben. Es handelt sich also um Dinge, die unserem Körper Energie und Power liefern.

Achten Sie auch und gerade beim Grillen auf die Qualität von dem, was Sie Ihrem Körper geben. Ihr Körper ist das Wichtigste, was Sie haben. Den sollten Sie pflegen. Und, er sollte Ihnen auch was wert sein. Marinieren Sie Ihr Fleisch selber. Industriell mariniertes Fleisch ist oft mit billigen Ölen behandelt und enthält wahrscheinlich Berge von Zucker. Auch können Sie das Fleisch nur schlecht beurteilen, wenn es bereits mariniert ist, weil Sie es schlicht nicht richtig sehen können. Wenn Sie Ihr Fleisch selber marinieren, entscheiden Sie, was rein kommt und was nicht. Einmal mehr gilt: Natürlich isst man besser.

Haben Sie keine Hemmungen an der Wursttheke zu fragen, woher das Fleisch kommt. Sie sind der Kunde. Kommt es aus Ihrer Region? Musste das Tier in einer Massenzucht leben? Jeder mag für sich selber entscheiden, ob er Fleisch aus konventioneller Zucht oder aus Biozucht essen möchte, aber die Qualität des Fleisches hängt ganz wesentlich von der Qualität des Futters ab, das das Vieh bekommen hat. Variieren Sie beim Grillen; überraschen Sie Ihre Freunde mit einem vielfältigen Angebot: Auch Fisch und Gemüse gelingen auf dem Grill ganz hervorragend. Im Internet finden Sie gerade zu gegrilltem Gemüse viele gute Rezepte. Natürlich gehören auch Salate zu einem gelungenen Grillnachmittag oder -abend. Auch hier gilt: Natürlich besser essen. Machen Sie Ihre Salate selber. Gekaufte Salate enthalten meist billiges und vor Omega-6-Fetten nur so strotzendes Sonnenblumenöl, von Zuckerzusatz ganz zu schweigen. Eine Grilleinladung ohne Alkohol ist für viele nur schwer vorstellbar. Gegen das eine oder andere kühle Blonde ist nichts einzuwenden, zumal es Bier mittlerweile für Autofahrer auch in gelungenen alkoholfreien Varianten gibt.

Wer kein Bier mag, darf auch bei Wein ein gutes Gewissen haben. Cola und Softgetränke sind wiederum Zuckerbomben, und die desaströse Wirkung von Zucker auf Körper und Geist ist mittlerweile hinlänglich belegt. Vergessen Sie bei alle dem die Freude am Essen und Reden mit Freunden oder Familienmitgliedern nicht!

Informationen und Veranstaltungen:

- Am ersten Mittwoch im August, dem 02.08., bin ich wieder Studiogast bei Radio Jade. Von 16.05 bis 17.00 Uhr werde ich Ihnen, wenn Sie mögen, etwas über Sommer und Gesundheit erzählen. Thema der Sendung: Sommer, Sonne, Gesundheit.
Radio Jade empfangen Sie über UKW 87.8 oder im Internet  www.radiojade.de/webplayer/

- Seit langem beschäftige ich mich mit dem Thema Altern und natürlich mit der Frage, wie man das Altern bremsen kann. Ernährung und Sport spielen dabei eine Rolle, aber auch der Zusammenhang von Körper und Seele. Mit meinem Kollegen und Freund Dr. Holger Ahlsdorff zusammen werde ich im Herbst oder Winter 2017 bzw. 2017/2018 dazu ein Tagesseminar veranstalten. Den Termin erfahren Sie rechtzeitig auf meiner Facebookseite:
www.facebook.com/Dr-Burkhard-Jahn-1483635145273367

Angaben gemäß § 5 TMG:

Dr. med. Burkhard Jahn
Peter-Grave-Straße 2
26419 Schortens / Grafschaft

Telefon: +49 4423 – 6111
Telefax: +49 4423 – 7842

Dr. Burkhard Jahn ist Facharzt für Allgemeinmedizin verliehen durch die ÄK Niedersachsen, Deutschland mit Zusatzqualifikation in Diabetologie und Ernährungsmedizin.

Zuständige Kammer: Landesärztekammer Niedersachsen, Berliner Allee 20, 30175 Hannover

Zuständige kassenärztliche Vereinigung: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Berliner Allee 22, 30175 Hannover

Berufsbezeichnung: Arzt (verliehen in der Bundesrepublik Deutschland)

Berufsrechtliche Regelungen: – Berufsordnung der Landesärztekammer von Niedersachsen – Heilberufegesetz des Landes Nidersachsen