Liebe Leser meines Newsletters,
Zucker ist aktuell in aller Munde. Okay, eigentlich ist er immer in aller Munde, auch wenn viele Zeitgenossen glauben, dass Sie nur wenig davon essen würden. Aber er wird seit einigen Monaten auch beharrlich in vielen Medien behandelt. Das völlig zu Recht. Bis heute wird das weiße Pulver von der überwiegenden Mehrzahl der Zeitgenossen völlig unterschätzt. Übrigens auch von den meisten Ärzten.

Ich bin, wenn Sie so wollen, auf den Zug aufgesprungen, und habe eine Gesundheitskolumne für die Nordwest-Zeitung zu dem Thema geschrieben. Diese Kolumne finden Sie in diesem Newsletter.

Immer mehr Menschen sind auch mit 70 oder 80 Jahren fit. Und, immer mehr Menschen wollen bis ins hohe Alter aktiv sein und Leben spüren. Dennoch gibt es immer noch eine Reihe von Deutschen, die glauben, ab 50 geht es unaufhaltsam abwärts und der körperliche Verfall ist unvermeidlich. Auch zu dem Thema habe ich eine Gesundheitskolumne geschrieben, die Sie in diesem Newsletter finden.

Dieser Newsletter ist etwas kürzer als gewohnt und zwischen dem letzten und diesem liegen einige Monate Abstand. Auf meiner Facebookseite schreibe ich jedoch regelmäßig aktuelle Dinge rund um das Thema Gesundheit, gute und gesunde Ernährung, Sport und den Zusammenhang von Körper und Seele. Gerne können Sie diese Seite auf Facebook abonnieren:
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Herzliche Grüße,
Ihr
Dr. Burkhard Jahn

Alter ist keine Krankheit

Erschienen in der Nordwest-Zeitung, 14. Oktober 2017

Kürzlich war ich bei einer Feier. Dort stand ich mit zwei Männern zusammen, die sich darüber unterhalten haben, dass sie häufig müde sind und nicht mehr so leistungsstark wie früher. Auch ihre nachlassende Konzentrationsfähigkeit über mehrere Stunden und schlechte Schlafqualität war Thema in dem Gespräch. Schließlich waren sich die beiden einig, dass das am Alter liegt und wohl normal ist. Die Männer dürften etwas über 50 Jahre alt gewesen sein. Ich war entsetzt. Natürlich altern wir und natürlich verändern sich dadurch Dinge in unserem Leben. Wir werden über mehrere Jahrzehnte langsamer in unseren Bewegungen, aber wir reifen auch. Ältere und alte Menschen durchdenken vieles erst, bevor sie handeln. Dabei profitieren sie von den Erfahrungen, die sie in ihrem Leben gemacht haben und die jungen Menschen fehlen.

Und wir haben die Geschwindigkeit, in der wir altern – zumindest bis zu einem gewissen Grade – selber in der Hand. Zugegeben: In jungen Jahren bekommen wir Fitness und geistige und körperliche Beweglichkeit fast geschenkt. Mit zunehmendem Alter müssen wir uns beides erarbeiten. Das Rezept dafür: Regelmäßig mehrmals pro Woche Sport treiben, im Optimalfall so, dass möglichst viele Muskelgruppen zum Einsatz kommen, gut zwei Liter Wasser pro Tag trinken, eine Ernährung mit viel Gemüse, vielen Ballaststoffen, guten Eiweißen, hochwertigen Ölen, wenig Zucker und wenigen künstlichen Zusatzstoffen, außerdem Freude und Liebe im Alltag.

Vielen jungen Menschen ist nicht klar, dass sie jetzt die Basis dafür legen, in welcher geistigen und körperlichen Verfassung sie älter und alt werden. Jeder Mensch kann jederzeit sein Verhalten sich selbst und seinem Körper gegenüber verändern, aber je früher jemand beginnt, seinen Körper und seinen Geist zu trainieren, zu achten und zu lieben, desto leichter wird ihm das mit zunehmenden Jahren fallen. Nehmen Sie Dinge, die sich zum Schlechten verändern, nicht einfach hin: Es ist nicht normal, sich mit 50, 60 oder auch 70 Jahren nicht mehr richtig bewegen oder lange konzentrieren zu können, schlecht zu schlafen oder Bluthochdruck, Diabetes oder eine Fettleber zu haben. Nehmen Sie die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Arzt in Anspruch. Lassen Sie sich von ihm beraten, wann welche Untersuchung vorgesehen ist. Unser Gesundheitssystem ist hervorragend aufgestellt, so dass eventuelle Krankheiten früh genug erkannt und behandelt werden können.

Wenn Sie eine Erkrankung haben, dann diskutieren Sie mit Ihrem Arzt, welche Behandlung für Sie richtig ist und was Sie selber tun können, um wieder vollständig gesund und in Freude und Gesundheit alt zu werden. Ihr Arzt ist Ihr Berater. Er ist nicht für Sie verantwortlich. Sie haben Ihr Leben in der Hand und müssen die Dinge umsetzen, die gut für Ihren Körper und Ihren Geist sind. Altern heißt nicht automatisch Verlust der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Bleiben Sie aktiv, trainieren und pflegen Sie Ihren Körper und Ihren Geist!

Zucker lässt Sie alt aussehen und macht süchtig

Erschienen in der Nordwest-Zeitung, 04. November 2017

Zucker klebt. Das können Sie selber testen: Stecken Sie einen Finger in Marmelade. Wenn Sie ihn wieder herausziehen, klebt er. Was klebt, ist der Zucker.

Zucker klebt aber nicht nur an Ihrem Finger, er verklebt auch Zellen. An Ihrer Haut, in Ihren Blutgefäßen. Fachbegriff für diese Zuckerverklebungen: Glycosilierung. Genau genommen handelt es sich um verklebte Eiweiße, die Sie sich wie Bällchen vorstellen können. Zucker ist der Klebstoff, und der sorgt dafür, dass die Bällchen aneinander haften. Überall, wo Zucker klebt, verlieren Gewebe ihre Elastizität. Die Haut wird schlaff und bekommt Dellen.

Blutgefäße müssen elastisch sein. Damit sie das Blut vom Herz in jede Ecke unseres Organismus transportieren können, dehnen sie sich und ziehen sich danach wieder zusammen. Zucker sorgt durch Glycosilierung, also durch Verklebung, dafür, dass Blutgefäße schneller ihre Elastizität verlieren und damit rascher altern. Zucker kann aber noch mehr: Er baut Kollagen ab. Kollagen ist in unserer Haut der Teil, der sie stützt. Verliert die Haut Kollagen, fällt sie zusammen. Es entstehen Falten. Statt viel Geld für teure Cremes auszugeben, kann es sinnvoller sein, sich beim Einkaufen die Zeit zu nehmen und sich die Etiketten der Lebensmittel anzusehen, die man kaufen möchte. Steht Zucker bei den Zutaten an vorderer Stelle, handelt es sich um eine Zuckerbombe. Der Spruch: Wahre Schönheit kommt von innen, erhält in diesem Zusammenhang eine neue Bedeutung. Und vergessen Sie nicht: Was Sie essen und trinken, versorgt das Wichtigste, was Sie haben: Ihren Körper und Ihren Stoffwechsel. Zucker hat noch weitere „Qualitäten“: Er macht abhängig. Drogen entfalten ihre Wirkung durch die Ausschüttung verschiedener Hormone und hormonähnlicher Substanzen.

Dazu gehören Endorphine, aber auch Dopamin, Serotonin und Kortisol. Ein ganzes Orchester von Hormonen sorgt dafür, dass Abhängige immer wieder den besonderen Kick spüren wollen oder sogar müssen. Zucker hat die gleichen Wirkungen: Er sorgt für die Ausschüttung des gleichen Hormonorchesters. Ich überlasse an dieser Stelle Ihnen, ob Sie Zucker als Droge bezeichnen möchten oder ob Ihnen das zu weit geht. In unserer westlichen Welt kommen wir an den weißen Kristallen auch kaum vorbei. Beispiele: 100 Gramm Honig enthalten etwa 19 Stücke Würfelzucker, 100 Gramm Marmelade circa 13 Stücke, einige Fruchtjoghurts enthalten 14 Stücke Würfelzucker, ein Liter Apfelsaft enthält nicht das Beste aus (etwa) acht Äpfeln, sondern den Zucker aus acht Äpfeln. Soll heißen: Auch Apfelsaft, Orangensaft oder Schorlen sind wahre Zuckergranaten. Es gibt – beim Essen – nichts, was verboten ist. Auch Süßes nicht. Die Dosis macht das Gift, heißt ein Spruch. Machen Sie einen Unterschied zwischen Nahrungsmittel und Genussmittel.

Vielleicht nehmen Sie sich für die Weihnachtszeit vor, nicht jeder süßen Verlockung zu erliegen. Bleiben Sie dann auch konsequent. Und länger jung!

Angaben gemäß § 5 TMG:

Dr. med. Burkhard Jahn
Peter-Grave-Straße 2
26419 Schortens / Grafschaft

Telefon: +49 4423 – 6111
Telefax: +49 4423 – 7842

Dr. Burkhard Jahn ist Facharzt für Allgemeinmedizin verliehen durch die ÄK Niedersachsen, Deutschland mit Zusatzqualifikation in Diabetologie und Ernährungsmedizin.

Zuständige Kammer: Landesärztekammer Niedersachsen, Berliner Allee 20, 30175 Hannover

Zuständige kassenärztliche Vereinigung: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Berliner Allee 22, 30175 Hannover

Berufsbezeichnung: Arzt (verliehen in der Bundesrepublik Deutschland)

Berufsrechtliche Regelungen: – Berufsordnung der Landesärztekammer von Niedersachsen – Heilberufegesetz des Landes Nidersachsen