Liebe Leserinnen und Leser,
nahezu alle chronischen Krankheiten sind die Folge von jahrelangen Entzündungsprozessen. Das heißt: Krankheiten wie Bluthochdruck, Rheuma, Colitis ulcerosa, Demenz oder Krebs sind das Ergebnis schleichender, kleiner Entzündungsfeuerchen. Auch Herzinfarkt und Schlaganfall gehören in die Gruppe dieser chronischen Erkrankungen. Beide sind zwar akute und dramatische Ereignisse, letztlich aber nur das Ergebnis von langjährigen Veränderungen in den Blutgefäßen. Von Entzündungen eben. Diese jahre- und oft sogar jahrzehntelangen, kleinen Entzündungen nennt man in der Medizin Silent Inflammation, stille Entzündung. Still deswegen, weil sie in aller Regel nicht bemerkt werden. Zumindest so lange nicht, bis das vollständige Krankheitsbild auftritt. Diese kleinen oder stillen Entzündungen können wir beeinflussen; fördern oder bremsen. Sport ist ein wirkungsvoller Bremser dieser Entzündungsfeuerchen. Und damit einmal mehr ein Argument dafür, etwas zu tun für den eigenen Körper. Sport zu treiben. Laufen zu gehen, sich regelmäßig aufs Rennrad zu schwingen, Golf oder Tennis zu spielen oder etwas andere zu machen, was den eigenen Body fordert.
Aber besonders durch das, was wir essen, fördern oder bremsen wir Entzündungen.

Ich werde ihnen in diesem Newsletter einen Fall schildern von einer Patientin mit Rheumatoider Arthritis, die durch eine Umstellung ihrer Ernährung Ihre Beschwerden deutlich bessern konnte.

Und ich werde kurz berichten, worauf Menschen mit Bluthochdruck achten sollten, wenn sie Kraftsport machen.

Ich wünsche Ihnen eine bereichernde Lektüre.

Ihr
Dr. Burkhard Jahn

Kurz berichtet - Kraftsport und Bluthochdruck

Dass Sport den Blutdruck senkt, ist durch viele wissenschaftliche Arbeiten gesichert. Dabei wirkt Sport ähnlich stark wie ein Medikament. Das gilt nicht nur für Ausdauersport, sondern auch für Kraftsport, der bis heute eher einen schlechten Ruf hat.
Das Problem für Bluthochdruckpatienten liegt vor allem darin, dass beim Kraftsport gerne mit Pressatmung gearbeitet wird. Das heißt, es wird während der Ausführung der Übung die Luft angehalten. Dadurch soll die Muskulatur stabiler und eine größere Kraftentfaltung möglich sein. Problem: Der Bluthochdruck kann in der Situation eine schwindelerregende Höhe von systolisch (oberer Wert) über 200 und sogar weit über 300 (mmHg) erreichen. Bei so hohen Blutdruckwerten kann ein Blutgefäß akut reißen. Besonders bei Menschen, deren Blutgefäße ohnehin vorgeschädigt sind – was bei Menschen mit Bluthochdruck oft der Fall ist. Tipp: Atmen sie auch während der Ausführung der Übungen ruhig weiter. Dabei sollten sie bei der Bewegung, für die sie eine besondere Kraftanstrengung benötigen, ausatmen und bei der Gegenbewegung einatmen.
Heißt z.B.: Beim Bankdrücken atmen Sie ein, während Sie die Stange nach unten zu Ihrem Körper führen, und Sie atmen aus, während Sie die Stange mit Kraft nach oben drücken.
Oder: Bei den so genannten Deadlifts atmen Sie ein, während Sie die Stange mit den Gewichten nach unten zum Boden absetzen, und Sie atmen aus, während Sie die Stange (mit den Gewichten) anheben.

Rheuma – Entzündungen mit Essen bekämpfen
Dem Gespräch mit Frau M. habe ich schon seit einigen Tagen entgegen gefiebert. Seit mehreren Monaten habe ich sie nicht mehr gesehen. Die 54 Jahre alte Frau leidet seit Jahren unter Rheumatoider Arthritis. Mehrere Gelenke sind betroffen, vor allem an den Händen, aber auch an den Füßen. Verschiedene Medikamente hat sie im Laufe der Jahre ausprobiert. Nachhaltig gebessert haben sich ihre Beschwerden nicht. Besonders morgens sind ihr Bewegungen und sogar das Laufen schwer gefallen. In unserem letzten Gespräch haben wir eine Umstellung ihrer Ernährung besprochen. Sie war zunächst nicht begeistert, schließlich aber einverstanden.
Wie viele chronische Krankheiten ist Rheuma das Ergebnis jahrelanger, schleichender Entzündungsprozesse. In diesem Fall in den Gelenken. Entzündungsprozesse können wir durch das, was wir essen, fördern oder bremsen. Die heutige, industrialisierte Ernährung enthält v.a. Entzündungs-Beschleuniger und nur wenige Entzündungs-Bremser. Entzündungs-Beschleuniger sind z.B.: Weizen, Zucker oder Arachidonsäure, die in Schweinefleisch und vielen Wurstsorten enthalten ist. Entzündungsbremser sind: Omega-3-Fette, die in Leinöl oder  fettem Seefisch (für Vegetarier alternativ: Algenöl) enthalten sind, Gemüsesorten wie Brokkoli oder Rosenkohl oder sekundäre Pflanzenstoffe in (reinem) Kakao oder in Kurkuma.
Mit Frau M. hatte ich besprochen, dass sie eine Zeitlang ganz auf Brot und Brötchen verzichten soll. Ihr Frühstück sollte aus Haferflocken mit einer Pflanzenmilch wie Hafermilch oder Mandelmilch bestehen, versetzt mit einem klein geschnittenen Apfel, mit Heidelbeeren oder Himbeeren und einem Schuss Leinöl. Wenn Sie doch einmal Brot frühstücken möchte, sollte es ein Dinkelvollkornbrot sein. Jedoch ohne Wurst und ohne süße Aufstriche wie Marmelade oder Honig; besser mit Käse. Ich habe ihr empfohlen, auch einmal fermentierten Soja-Aufstrich zu probieren oder sich einen Aufstrich aus Avocado oder Tomaten selber zu machen. Kaffee (ohne Zucker) ist kein Problem. Ihr Mittagessen sollte in der Hauptsache aus frischem Gemüse bestehen, gerne mit Kartoffeln oder Reis. Und wenn Fleisch, dann möglichst fetter Seefisch oder Geflügel. Auch das Abendessen sollte in der Hauptsache aus Gemüse bestehen, ggfs. mit einem Joghurt oder Quarkdipp, der mal aus Kuhmilch und mal (wiederum) aus fermentiertem Soja bestehen sollte. Als Snack zwischendurch habe ich ihr Nüsse wie Walnüsse, Haselnüsse oder Cashewnüsse empfohlen, die sie auch als (reines) Mus löffeln kann, zum Beispiel zum Nachmittagskaffee. Auf Fruchtsäfte sollte sie ganz verzichten.
Als Frau M.  mir jetzt im Sprechzimmer gegenüber saß, konnte ich sofort sehen, dass es ihr besser geht. Sie lachte mich an und hatte eine glattere Gesichtshaut als noch vor einigen Monaten. Die Schmerzen sind deutlich besser und auch die Schwellungen in den betroffenen Gelenken sind weniger geworden. Zudem berichtete sie mir stolz, dass sie 5 Kilogramm Gewicht abgenommen hat.

(Diesen Artikel habe ich ursprünglich für die Nordwest-Zeitung geschrieben. Dort ist er am 06.02.21 erschienen)

Darüber habe ich mich sehr gefreut:

Mein Buch "Der gesunde Mensch" liegt in der Bestsellerliste Sachbuch der Wilhelmshavener Buchhandlungen auf Platz 1. (Quelle: Wilhelmshavener Zeitung, 05.02.2021)

 

Angaben gemäß § 5 TMG:

Dr. med. Burkhard Jahn
Peter-Grave-Straße 2
26419 Schortens / Grafschaft

Telefon: +49 4423 – 6111
Telefax: +49 4423 – 7842

Dr. Burkhard Jahn ist Facharzt für Allgemeinmedizin verliehen durch die ÄK Niedersachsen, Deutschland mit Zusatzqualifikation in Diabetologie und Ernährungsmedizin.

Zuständige Kammer: Landesärztekammer Niedersachsen, Berliner Allee 20, 30175 Hannover

Zuständige kassenärztliche Vereinigung: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Berliner Allee 22, 30175 Hannover

Berufsbezeichnung: Arzt (verliehen in der Bundesrepublik Deutschland)

Berufsrechtliche Regelungen: – Berufsordnung der Landesärztekammer von Niedersachsen – Heilberufegesetz des Landes Nidersachsen