Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Sie erhalten nach längerer Zeit wieder einen Newsletter von mir. Künftig werde ich etwa alle vier Wochen einen Newsletter schreiben und Ihnen zusenden. Ich werde mich auf ein Thema fokussieren, das ich für aktuell oder diskussionswürdig halte.

Im Moment geht es in fast jeder medizinischen Debatte ausschließlich oder zumindest mit um Corona. Dabei wird jedoch kaum darüber berichtet, was jeder selber tun kann, um sein Immunsystem zu stärken. Das erstaunt, denn unbestritten gilt: Je schwächer das Immunsystem, umso höher ist für den Fall einer Infektion das Risiko für einen dramatischen Krankheitsverlauf.

Was liegt also näher, als eine Stärkung der Immunabwehr zu propagieren? Dass Sport unser Immunsystem stärkt, ist eine Binsenweisheit. Auch deshalb hätte ich mir gewünscht, dass Fitness-Studios mit einem guten Hygienekonzept länger von der Schließung verschont geblieben wären, und dass die Politik Aktivitäten im Freien stärker aktiv beworben hätte.
Natürlich kann man auch mit dem, was man isst, seine Immunabwehr schwächen oder stärken. Dass Pflanzen viele wertvolle Substanzen enthalten, die unsere Abwehrkräfte aktivieren, ist ebenfalls eine Binsenweisheit. Zudem gibt es einige Mikronährstoffe, die unseren Abwehrkräften zusätzlich Power geben: Dazu gehören Vitamin D, Eisen, Zink, Selen und das Schlafhormon Melatonin.
Für mich persönlich ist Melatonin dabei die spannendste Substanz; auch deswegen, weil sie seit Jahren in der öffentlichen Diskussion und in den Medien –zu Unrecht- nur am Rande behandelt wird. Für mich Grund genug, Ihnen Melatonin etwas näher zu bringen (s.u.).
Auch zu Vitamin D will ich Ihnen ein paar Sätze schreiben (s.u.).

Herzliche Grüße,
Ihr
Dr. Burkhard Jahn

Infos:

  •  Vino mit dem Doc; so heißt der Podcast, den die Radio-Bremen-Redakteurin Katharina Guleikoff und ich produziert haben. Nach gut 2.5 Jahren und mehr als dreißig Ausgaben haben wir Anfang Dezember die letzte Ausgabe aufgenommen. Alle Ausgaben sind noch zu hören. Überall dort, so Sie Podacsts hören können. Wir haben viele Themen behandelt: Von Bluthochdruck, über Diabetes, gesunder Darm, Sport, Hypnose, eine starke Immunabwehr, Fette bis hin zu Tod.
  • Vino mit dem Doc ist/war –wenn Sie wollen- ein großes Gesundheitsbuch zum Hören. Kostenlos zudem! Die Nordwest-Zeitung produziert aktuell einmal pro Woche ein Corona-Update als Podcast. Einer der beiden Medizin-Experten, die sich wöchentlich abwechseln, bin ich. Das Corona-Update der Nordwest-Zeitung finden Sie hier: https://www.nwzonline.de/suche?q=Corona+update#/s=eyJxIjoiQ29yb25hK3VwZGF0ZStkciBqYWhuIiwicCI6MH0=




Corona (SARS-CoV-2) – Stärkung der Abwehrkräfte:

Mehrere Mikronährstoffe  stärken unser Immunsystem und sind somit wichtig in der präventiven Therapie einer Infektion mit SARS-CoV-2. Zwei stelle ich Ihnen hier vor:

1. Melatonin: Melatonin ist Schlafhormon. Unser Körper bildet es in unserem Gehirn in der Zirbeldrüse aus dem Glückshormon Serotonin. Melatonin steuert unseren Schlaf; zwischen 0:00 und 4:00 Uhr ist die Ausschüttung besonders hoch. Melatonin ist aber ein sensibler Genosse. Verschiedene Einflüsse vermindern die körpereigene Ausschüttung. Dazu gehören: Lichtquellen wie PC oder Handy, aber auch Nikotin oder Alkoholkonsum. Und es gilt: Je geringer die Melatonin-Ausschüttung, umso schlechter der Schlaf.

Im Zusammenhang mit Infekten mit SARS-CoV-2 ist immer wieder von Zytokinstürmen die Rede. Zytokine sind Eiweiße, die in der Immunabwehr eine Rolle spielen. Einerseits sind sie wichtig für die Verteidigung unserer Zellen, andererseits können sie aber auch Entzündungsprozesse fördern, was die Ausbreitung von Viren beschleunigt – auch von SARS-Cov-2. Der Begriff Zytokinsturm beschreibt eine überschießende Zytokinausschüttung – mit eben vermehrten Entzündungsprozessen und beschleunigter  Virusvermehrung.

Melatonin hat selbst keine direkt hemmende Wirkung auf Viren, es blockiert jedoch Entzündungen (wirkt antioxidativ), und kann somit die Zytokinstürme vermindern. Auf diese Weise hat es eine indirekt hemmende Wirkung auf Viren, und auch auf SARS-CoV-2.

Nebenbei erwähne ich, dass Melatonin eine Option zur Behandlung von Schlafstörungen sein kann.

In der vorbeugenden (präventiven) Behandlung von SARS-CoV-2-Infekten ist eine Dosierung von 0.5mg ausreichend. In der Behandlung von Schlafstörungen sollten es  1.5mg bis 3mg sein. Melatonin bitte immer ca. eine Stunde vor dem Zubettgehen und nicht nach 22:00 Uhr einnehmen.

2. Vitamin D: Vitamin D ist seit einigen Jahren unter den Vitaminen der Star; dabei handelt es sich eigentlich um ein Hormon. Unser Körper bildet es selbst; mit Hilfe von Sonnenlicht und dabei besonders UV-B-Strahlen. Deshalb ist bei uns (Nord-)Europäern besonders im Winter Vitamin-D-Mangel häufig. Dass gerade Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf einer Infektion mit SARS-CoV-2 haben, wird seit Anfang der Pandemie beobachtet. Ältere Menschen haben häufiger einen Vitamin D-Mangel als jüngere. Auch das ist möglicherweise mit ein Grund dafür, dass alte Menschen deutlich stärker von einem schweren Verlauf einer Infektion betroffen sind, als jüngere.
Vitamin D fördert die Aktivität diverser Zellen unsere Immunsystems. Es ist somit eine wesentliche Substanz für eine starke Immunabwehr.

Sie sollten Ihren Vitamin D-Spiegel 2x im Jahr kontrollieren lassen; einmal in der hellen Jahreszeit (nach meiner Erfahrung hat sich Mai bewährt), und einmal in der dunkeln, z.B. Januar. Dabei sollte der Blutspiegel über 30 ng/ml (Nanogramm pro Millilter) liegen, im Optimalfall zwischen 40 und 60 ng/ml.
Dosieren Sie Vitamin D nach Ihrem Blutspiegel. In der Regel reichen 40 bis 60 Einheiten Vitamin D pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einer Person, die 80 Kilo wiegt, wären das etwa 3.000 bis 5.000 Einheiten pro Tag. Wenn Sie Ihren Vitamin D-Spiegel  aber deutlich steigern müssen, weil Sie beispielsweise eine Blutspiegel von 20 ng/ml oder darunter haben, ist es sinnvoll, in den ersten Tagen deutlich mehr zu nehmen. Z.B. in der ersten Woche täglich 20.000 Einheiten und in der zweiten täglich 10.000 Einheiten, bevor Sie dann ab Woche drei auf Ihre ausgerechnete Zieldosis gehen. Ggfs. Lassen Sie Ihren Vitamin D-Blutspiegel nach 4 Wochen noch einmal kontrollieren.



Angaben gemäß § 5 TMG:

Dr. med. Burkhard Jahn
Peter-Grave-Straße 2
26419 Schortens / Grafschaft

Telefon: +49 4423 – 6111
Telefax: +49 4423 – 7842

Dr. Burkhard Jahn ist Facharzt für Allgemeinmedizin verliehen durch die ÄK Niedersachsen, Deutschland mit Zusatzqualifikation in Diabetologie und Ernährungsmedizin.

Zuständige Kammer: Landesärztekammer Niedersachsen, Berliner Allee 20, 30175 Hannover

Zuständige kassenärztliche Vereinigung: Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, Berliner Allee 22, 30175 Hannover

Berufsbezeichnung: Arzt (verliehen in der Bundesrepublik Deutschland)

Berufsrechtliche Regelungen: – Berufsordnung der Landesärztekammer von Niedersachsen – Heilberufegesetz des Landes Nidersachsen