Essen Sie antientzündlich -Teil I-!
Alle oder zumindest nahezu alle chronischen Krankheiten sind das Ergebnis von jahrelangen, manchmal jahrzehntelangen schleichenden Entzündungsprozessen (Fachbegriff: Silent Inflammation). Zu diesen Krankheiten gehören: Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Rheuma, Krebs und Demenz. Möglicherweise sogar Depression. Auch das Altern wird heute als ein chronischer und schleichender Entzündungsprozess verstanden.
Entzündungen können Sie sich wie kleine Feuerchen vorstellen. Die medizinischen Kriterien sind: Rötung, Schwellung, Schmerzen, Funktionseinschränkung. Kurzzeitig sind Entzündungsprozesse in unserem Körper sinnvoll. Bei z.B. Halsinfekten sind sie sogar notwendig. Dadurch werden Immunzellen angelockt, die dafür sorgen, dass Krankheitserreger eingeschlossen, bekämpft und abgetötet werden.
Bei Entzündungen schüttet der Körper aber auch so genannte Zytokine aus. Das sind „Fackelträger“, also die Zellen, die die Entzündung am Lodern halten.
Läuft eine Entzündung über Jahre ab, wirkt sie zerstörerisch. Krankheiten (s.o.) sind die Folge.
Bei einer Silent Inflammation, einer schleichenden oder stillen Entzündung, handelt es sich um eine Entzündung, die in einer Arztpraxis nur schwierig zu messen ist. Der einzige Blutwert, der in der praktischen Medizin ein Hinweis auf eine stille Entzündung ist, ist das so genannte hsCRP.
Alles, was in unserem Körper Silent Inflammation fördert, erhöht das Risiko für chronische Erkrankungen und beschleunigt den Alterungsprozess. Das Umgekehrte gilt aber auch: Alles, was stille oder schleichende Entzündungen blockiert, reduziert das Risiko für chronische Krankheiten und verlangsamt unseren Alterungsprozess.
Stress fördert Silent Inflammation. Sport blockiert Silent Infalmmation.
Jetzt soll es aber primär um das gehen, was wir essen: Ein starker Entzündungsförderer ist (einmal mehr) Zucker. Erneut erlaube ich mir den Hinweis, dass Zucker in so vielen Lebensmitteln verarbeitet wird. Ein weiterer (dramatischer) Entzündungsförderer sind Omega-6-Fette, die z.B. in exorbitant großer Menge in Sonnenblumenöl enthalten sind. Wie beim Zucker gilt: Sonnenblumenöl wird von der Lebensmittelindustrie wahnsinnig gerne verarbeitet. Auch diverse Zusatzstoffe fördern Entzündungen: Fazit: Machen Sie so viel wie möglich selbst aus natürlichen Zutaten!
Entzündungsblockierer sind: Omega-3-Fette (Algenölkapseln!), Olivenöl (diese beiden Fette sollten Sie täglich zu sich nehmen), alle Gemüse und Obstsorten (wegen ihrer sekundären Pflanzenstoffe). Achten Sie insbesondere darauf, dass Sie regelmäßig, im Optimalfall mehrmals die Woche, Brokkoli essen und –möglichst täglich, auch im Winter- Beeren. Bei den Beeren können Sie gerne variieren, von Himbeeren über Brombeeren bis zu Stachelbeeren kann alles dabei sein.
Das Thema Entzündungen werde ich in meiner nächsten Kolumne noch einmal aufgreifen und Ihnen dann Tipps zur Behandlung von Arthrose geben!