Männer und Frauen brauchen die Hormone beider Geschlechter

Eines der spannendsten Themen in der Longevitiy-Medizin, also der Medizin, die sich mit dem Thema Langlebigkeit beschäftigt (und die früher als Anti-Aging-Medizin bezeichnet wurde), sind die Hormone. Deshalb werde ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in meinen nächsten Kolumnen das Thema Hormone etwas näher bringen. Natürlich wird es dabei auch um die Möglichkeiten gehen, die das Thema bietet, wenn Sie Ihren Alterungsprozess verlangsamen möchten. Von welchen Hormonen rede ich überhaupt? Von den so genannten Geschlechtshormonen. Also von den Östrogenen, Progesteron, Testosteron, auch DHEA oder von dem wenig populären –aber sehr interessanten- Pregnenolon. Ich habe soeben von den so genannten Geschlechtshormonen gesprochen. Das ist berechtigt, weil diese Hormone alle eine Reihe von Wirkungen für unser gesamtes System haben. Sie sind wichtig für klares Denken, gute Stimmung, erholsamen Schlaf, adäquates Selbstbewusstsein, ein starkes Immunsystem, Muskelaufbau, stabile Knochen, Verhinderung von zu viel Körperfett usw.. Sie sehen: Kommen unsere Hormone aus dem Gleichgewicht, dann kommen wir Menschen aus dem Gleichgewicht. Als typisch weibliche Hormone gelten besonders die Östrogene (Östradiol, Östriol, Östron) sowie Progesteron. Als typisch männlich gilt Testosteron (und Dihydrotestosteron). Aber Sie ahnen es vermutlich schon: Auch Frauen brauchen Testosteron. Es ist so wichtig für Power im Alltag, für eine gute Muskulatur oder einfach dafür, sich gut zu fühlen. Und Männer benötigen auch Östradiol. Z.B. für eine gute Gedächtnisleistung und sogar für eine funktionierende Erektion. Ein besonders spannendes Hormon ist Progesteron, von dem einige Experten der Meinung sind, man sollte es gar nicht zu den Geschlechtshormonen zählen. Es senkt den Blutdruck, sorgt für guten Schlaf und wirkt antidepressiv.
Wichtig zu verstehen ist auch, dass immer ein Hormon die Vorstufe zu dem nächsten ist: Relativ weit oben in dieser Kaskade steht Pregnenolon (das für einen klaren Geist und für scharfes Denken wichtig ist). Aus Pregnenolon bildet sich Progesteron, aus Progesteron über zwei Zwischenstufen Testosteron und aus Testosteron entsteht Östradiol. Ja, tatsächlich, Testosteron ist die Vorstufe zu Östradiol. Alkohol und insbesondere Bier aktiviert übrigens das Enzym, das die Umwandlung von Testosteron zu Östradiol steuert. Deshalb bekommen Männer, die viel Alkohol und v.a. viel Bier trinken, Brustansatz. Und Männer und Frauen werden auch deswegen durch regelmäßigen Alkoholkonsum leistungsschwächer, denn Testosteron ist nun mal wichtig für eine gute Leistungsfähigkeit. 
Hormone sind immer ein Thema, bei dem viele Menschen spontan zurück schrecken und an Dinge wie Thrombosen und Krebs denken. Warum das bis heute immer wieder ein Thema ist, aber ein unberechtigtes, wenn man einige Dinge beachtet, erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal (in drei Wochen)!