Intelligent süßen!

In meiner letzten Kolumne habe ich Ihnen von den desastösen Wirkungen erzählt, die Zucker auf unser System hat und dass die meisten Menschen ihren Zuckerkonsum falsch einschätzen. Nämlich niedriger als er ist. Und sein Sie an dieser Stelle ehrlich mit sich selbst: Wahrscheinlich essen (und trinken) auch Sie mehr Zucker, als Sie glauben. Und damit Sie mich nicht falsch verstehen: Auch ich esse mal ein Stück Kuchen (ich liebe guten Kuchen!) –  das gehört zu einem guten Leben dazu.  Entscheidend für unseren Zuckerkonsum ist nicht, was wir einmal die Woche essen (oder trinken), entscheidend ist, was wir im (täglichen) Alltag essen und trinken. Es stimmt ja auch, dass süß ein angenehmer Geschmack ist. Was also tun, um zu süßen, ohne sich mit zu viel Zucker die Haut zu ruinieren, die Sklerosierung unserer Blutgefäße voranzutreiben und unser Oberstübchen zu beeinträchtigen? Um es gleich am Anfang zu sagen: Künstliche Süßstoffe wie Aspartam sollten nicht die Lösung sein. Sie beeinträchtigen unsere Darmflora, und eine gesunde Darmflora ist so wichtig für unser Immunsystem, aber auch z.B. für klares Denken (es gibt eine so genannte Darm-Hirn-Achse). Zudem wird bis heute diskutiert, ob künstliche Süßstoffe krebserregend sind. Wie auch immer: Lassen Sie die Finger von ihnen. Übrigens sind sie üblicherweise auch in Light- oder Zero-Getränken enthalten. 
Sie sehen: Es ist nicht so einfach, täglich sehr  süß zu essen und zu trinken und das in einer Form, die unserem Körper, dem wichtigsten, was wir haben, nicht schadet. Die erste –und sicher etwas bittere- Konsequenz: Gewöhnen Sie Ihren Geschmack um! Trainieren Sie sich auf weniger süß! Das geht! So wie wir unser Gehirn und damit unser System auf sehr süß trainieren können, können wir uns auch auf weniger süß umtrainieren. Das dauert ein paar Wochen und ist am Anfang auch nicht leicht. Die zweite Konsequenz ist etwas angenehmer: Die Natur bietet uns viele Möglichkeiten, natürlich zu süßen. Kaufen Sie statt des (gezuckerten) Fruchtjoghurts z.B. ein Naturjoghurt, in das Sie eine Banane oder Datteln schneiden. Klar: Datteln und Bananen  enthalten auch Zucker (Glukose und Fruktose), aber immer auch Ballaststoffe, die dafür sorgen, dass der Zucker in abgebremster Form in Ihrem Blut ankommt. Und: Glauben Sie mir, das Fruchtjoghurt enthält so viel Zucker, so viele Bananen und Datteln können Sie gar nicht in Ihr Naturjoghurt rein schneiden. Soll heißen: Süßen Sie mit Obst. Ich verfeinere meinen Eiweißshake, den ich morgens trinke, immer mit Zimt. Zimt süßt zwar nicht wirklich, macht den Geschmack aber angenehmer. Auch das ist eine Möglichkeit. Eine weitere Variante kann (natürliches) Kakaopulver sein. Apropos Kakao: Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil (ab 70%) gilt sogar als entzündungshemmend – und geraspelte Schokolade in einem Joghurt oder Quarkspeise ist auch sehr lecker!