Ruhe und Entspannung in sich selbst finden
Vor zwei Jahren waren meine Frau und ich in Namibia. Bei unserem Trip haben wir auch den Etosha-Park besucht. Namibia ist sehr trocken. Deshalb gibt es in dem großen Nationalpark mehrere Wasserlöcher, an die die Tiere zum Trinken kommen. Nachts sind die Wasserlöcher beleuchtet und Besucher können die Tiere –aus angemessener Entfernung- beobachten. Ich erinnere mich besonders an eine Hyäne, die an das Loch schlich und nach fast jedem Schluck Wasser abwechselnd über ihre rechte und linke Schulter nach hinten guckte um sicher zu sein, dass keine Gefahr drohte. Die Hyäne war in diesem Moment in ständiger Angst und Unruhe. Sie war ausschließlich auf das Außen fokussiert und auf evtl. Feinde.
Die meisten Menschen leben ebenfalls ständig oder fast ständig im Außen. Sind also auf das konzentriert, was um sie herum passiert. Und auch bei uns Menschen spielt Angst eine große Rolle. Angst ist eine der stärksten Emotionen. Sie lähmt uns aber vor allem und lässt uns nicht mehr frei denken. Einige Zeitgenossen setzen diese Emotion gezielt ein, um andere einzuschüchtern.
Ein weitere Ursache dafür, dass die meisten Menschen überwiegend im Außen leben, ist die heutige Technik, also PC, Handy usw..
Ruhe und Entspannung finden wir jedoch in uns. Kürzlich habe ich einen Yoga-Lehrer getroffen, der mir erklärte, dass der Grundzustand von uns Menschen (eigentlich) Ruhe und Entspannung wäre. Lösungen und Antworten würden wir, so sagte er weiter, in der Entspannung finden: Ein entspannter Geist ist weit und nimmt mehr auf.
Natürlich wäre es naiv zu glauben, man könnte das ganze Leben zu einer ununterbrochenen Meditation machen. Das wäre auch langweilig. Was das Dasein ausmacht sind seine Herausforderungen, seine Möglichkeiten, etwas zu erreichen und sich weiter zu entwickeln. Das geht nur im Kontakt und –im besten Sinne- in der Auseinandersetzung mit anderen. Auch ein Leben ohne Computer und Handy ist heute nicht mehr vorstellbar. Und wem es gelingt zu einem adäquaten Umgang mit Handy und Co. zu kommen, für den sind diese Utensilien im Alltag hilfreich. Aber gerade weil unsere hektische und schnelllebige Zeit dazu verführt, nur noch im Außen zu leben, ist es wichtig, sich im Alltag Inseln der Entspannung, der Ruhe und des bei sich Seins zu schaffen. Bei mir beginnt seit Jahren jeder Tag entweder mit einer Yoga-Einheit oder einer Meditation. Das dauert etwa 15 Minuten, ist für mich aber wichtig, um in Ruhe in den Tag zu starten. Auch zwischen Patientengesprächen baue ich immer wieder kurze Phasen von Ruhe und Entspannung ein.
Finden Sie Ihren Weg zu Ihren Ruheinseln im Alltag. Einmal mehr gilt: Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben!
In meiner nächsten Kolumne, die am 18.04. erscheint, werde ich darauf eingehen, was Sie für erholsamen Schlaf tun können, warum Alkohol am Abend fatal ist, und warum ich Yoga und Meditation für hervorragende Möglichkeiten auf dem Weg zu mehr innerer Ruhe halte.